Wie viel Firmenkleidung sollte ein Unternehmen lagern?
Wie viel Firmenkleidung sollte ein Unternehmen auf Lager haben?
Unternehmen sollten ausreichend Firmenkleidung auf Lager haben, um neue Mitarbeiter, Größenwechsel, Verschleiß, saisonale Anforderungen und kurzfristige Ausfälle zuverlässig abdecken zu können. Gleichzeitig darf der Lagerbestand nicht unnötig groß werden, da Kleidung Kapital bindet, Lagerfläche benötigt und bei Modellwechseln oder Personalveränderungen ungenutzt bleiben kann.
Die richtige Lagermenge hängt deshalb nicht von einer einzigen festen Zahl ab. Entscheidend sind unter anderem:
- Anzahl der Mitarbeiter
- Personalfluktuation
- Lieferzeiten
- Größenverteilung
- Art der Firmenkleidung
- Häufigkeit der Nachbestellungen
- Anzahl der Standorte
- Saison
- Personalisierung
- Wasch- und Wechselrhythmus
Für T-Shirts, Poloshirts und Sweatshirts ist meist ein größerer Reservebestand sinnvoll als für teure Softshell- oder Winterjacken. Häufig benötigte Größen sollten stärker bevorratet werden als seltene Größen. Personalisierte Kleidung mit Mitarbeiternamen eignet sich dagegen kaum als allgemeine Lagerware.
Das Wichtigste auf einen Blick
Als grobe Orientierung kann ein Unternehmen zusätzlich zur regulären Mitarbeiterausstattung einen Reservebestand von etwa fünf bis zehn Prozent einplanen.
Bei hoher Personalfluktuation, langen Lieferzeiten oder mehreren Standorten kann ein größerer Puffer sinnvoll sein.
Besonders häufig sollten gelagert werden:
- T-Shirts
- Poloshirts
- Sweatshirts
- einfache Fleecejacken
- neutrale Kleidung ohne Mitarbeiternamen
- häufig benötigte Größen
Nur begrenzt gelagert werden sollten:
- teure Winterjacken
- seltene Sondergrößen
- stark personalisierte Kleidung
- saisonale Aktionsmodelle
- Textilien mit Standort- oder Projektangaben
- Artikel mit unsicherer Nachbestellbarkeit
Die Reserve sollte sich an tatsächlichen Verbrauchsdaten orientieren und regelmäßig überprüft werden.
Warum Unternehmen Firmenkleidung auf Lager halten sollten
Auch bei einer gut geplanten Erstausstattung entsteht im laufenden Betrieb zusätzlicher Bedarf.
Typische Gründe sind:
- neue Mitarbeiter
- beschädigte Kleidung
- Verschleiß
- Größenänderungen
- Verlust
- zusätzliche Saisonkräfte
- neue Abteilungen
- spontane Veranstaltungen
- wetterbedingter Mehrbedarf
- verzögerte Nachlieferungen
- Umzug an einen anderen Standort
- kurzfristige Projekte
Ohne Reservebestand müssen einzelne Kleidungsstücke häufig separat nachbestellt werden. Das kann zu höheren Versandkosten, längeren Wartezeiten und uneinheitlicher Kleidung führen.
Ein sinnvoller Lagerbestand ermöglicht dagegen:
- schnelle Ausgabe
- einheitlichen Unternehmensauftritt
- weniger Einzelbestellungen
- bessere Reaktion auf Neueinstellungen
- geringeren organisatorischen Aufwand
- Versorgung bei Lieferengpässen
Kein pauschaler Lagerbestand für alle Unternehmen
Ein Betrieb mit zehn langjährigen Mitarbeitern benötigt einen anderen Reservebestand als ein Filialunternehmen mit 300 Beschäftigten und regelmäßigen Neueinstellungen.
Wichtige Einflussfaktoren sind:
Mitarbeiterzahl
Mit zunehmender Mitarbeiterzahl steigt der absolute Bedarf. Gleichzeitig werden Größenverteilung und Verbrauch besser planbar.
Personalfluktuation
Unternehmen mit häufigen Ein- und Austritten benötigen mehr neutrale Reservekleidung.
Typische Bereiche mit höherer Fluktuation können sein:
- Gastronomie
- Logistik
- Reinigung
- Einzelhandel
- Veranstaltungen
- Saisonbetriebe
- Produktion
- Pflege
- Callcenter
Lieferzeit
Je länger die Lieferzeit für Textilien und Veredelung ist, desto größer sollte der Puffer sein.
Nachbestellrhythmus
Unternehmen mit monatlichen Sammelbestellungen benötigen weniger Lager als Betriebe, die nur zweimal jährlich bestellen.
Anzahl der Standorte
Mehrere Niederlassungen erhöhen den Bedarf an lokalen oder zentralen Reserven.
Saison
Im Winter werden andere Artikel benötigt als im Sommer. Saisonale Kleidung muss rechtzeitig verfügbar sein.
Personalisierung
Kleidung mit Mitarbeiternamen ist kaum flexibel einsetzbar. Neutrale Kleidung eignet sich besser als Lagerbestand.
Reservebestand in Prozent berechnen
Eine häufig sinnvolle Grundlage ist ein Reservebestand von fünf bis zehn Prozent der regulären Stückzahl.
Beispiel:
Ein Unternehmen benötigt regulär:
- 500 T-Shirts
- 300 Poloshirts
- 200 Sweatshirts
- 100 Fleecejacken
- 100 Softshelljacken
Bei fünf Prozent Reserve wären zusätzlich sinnvoll:
- 25 T-Shirts
- 15 Poloshirts
- 10 Sweatshirts
- 5 Fleecejacken
- 5 Softshelljacken
Bei zehn Prozent Reserve:
- 50 T-Shirts
- 30 Poloshirts
- 20 Sweatshirts
- 10 Fleecejacken
- 10 Softshelljacken
Diese Berechnung ist nur eine Ausgangsbasis. Die tatsächliche Reserve sollte nach Artikel, Größe und Personalstruktur angepasst werden.
Nicht jeder Artikel benötigt denselben Lagerpuffer
Ein häufiger Fehler ist, für alle Kleidungsstücke denselben Prozentsatz zu verwenden.
Sinnvoller ist eine differenzierte Planung.
T-Shirts
T-Shirts werden häufig getragen, gewaschen und ersetzt.
Empfehlenswert ist meist ein vergleichsweise höherer Reservebestand.
Gründe:
- hoher Verschleiß
- häufige Größenwechsel
- regelmäßige Neueinstellungen
- niedrigerer Stückpreis
- einfache Lagerung
- vielseitiger Einsatz
Poloshirts
Poloshirts werden häufig bei Kundenkontakt eingesetzt und sollten schnell verfügbar sein.
Ein mittlerer Reservebestand ist sinnvoll.
Sweatshirts
Sweatshirts werden seltener gewechselt als T-Shirts, aber häufiger benötigt als Jacken.
Ein mittlerer Bestand in Standardgrößen ist meist ausreichend.
Fleecejacken
Fleecejacken sind vielseitig, nehmen aber mehr Lagerraum ein.
Ein kleiner bis mittlerer Reservebestand kann sinnvoll sein.
Softshelljacken
Softshelljacken sind teurer und sperriger.
Meist reicht ein kleiner zentraler Bestand in häufigen Größen.
Winterjacken
Winterjacken binden viel Kapital und Lagerfläche.
Sie sollten nur begrenzt bevorratet werden.
Caps und Mützen
Ein kleiner neutraler Bestand ist häufig unkompliziert, da Größen weniger problematisch sind.
Welche Größen sollten stärker gelagert werden?
Die Reserve darf nicht gleichmäßig auf alle Größen verteilt werden.
In vielen Unternehmen werden mittlere Größen häufiger benötigt als sehr kleine oder sehr große Größen.
Typische Schwerpunktgrößen sind häufig:
- M
- L
- XL
Je nach Belegschaft können aber auch andere Größen dominieren.
Die richtige Verteilung sollte aus tatsächlichen Mitarbeiterdaten abgeleitet werden.
Beispiel einer Größenverteilung
Angenommen, 100 Mitarbeiter tragen ein bestimmtes T-Shirt:
- XS: 4 Mitarbeiter
- S: 10 Mitarbeiter
- M: 22 Mitarbeiter
- L: 28 Mitarbeiter
- XL: 24 Mitarbeiter
- XXL: 8 Mitarbeiter
- 3XL: 4 Mitarbeiter
Bei zehn Prozent Reserve könnten zusätzlich gelagert werden:
- XS: 1 Stück
- S: 1 Stück
- M: 2 bis 3 Stück
- L: 3 Stück
- XL: 2 bis 3 Stück
- XXL: 1 Stück
- 3XL: 1 Stück
Die Mengen sollten auf volle Stückzahlen gerundet und nach tatsächlicher Wechselhäufigkeit angepasst werden.
Sondergrößen richtig planen
Sehr kleine oder große Größen sollten nicht vollständig vergessen werden.
Allerdings ist es meist nicht wirtschaftlich, jede seltene Größe in hoher Stückzahl zu lagern.
Sinnvoll kann sein:
- je eine Reserve in seltenen Größen
- zentrale statt lokale Lagerung
- Nachbestellung bei konkretem Bedarf
- langfristig verfügbares Ergänzungsmodell
- Dokumentation geeigneter Ersatzartikel
Wichtig ist, dass Übergrößen bereits bei der Artikelauswahl berücksichtigt werden.
Zentraler oder dezentraler Lagerbestand?
Unternehmen mit mehreren Standorten müssen entscheiden, wo die Reserve gelagert wird.
Zentraler Lagerbestand
Die gesamte Reserve befindet sich an einem Hauptstandort.
Vorteile:
- bessere Übersicht
- geringerer Gesamtbestand
- weniger doppelte Größen
- einfache Bestandskontrolle
- flexible Verteilung
- weniger Kapitalbindung
Nachteile:
- interne Versandwege
- längere Reaktionszeit
- zusätzlicher Verpackungsaufwand
- zentrale Lagerfläche erforderlich
Dezentraler Lagerbestand
Jeder Standort besitzt eine eigene Reserve.
Vorteile:
- sofortige Ausgabe
- schnelle Versorgung neuer Mitarbeiter
- keine internen Versandwege
- lokale Verantwortlichkeit
Nachteile:
- höherer Gesamtbestand
- doppelte Lagerhaltung
- einzelne Größen bleiben ungenutzt
- schlechtere Gesamtübersicht
- höhere Kapitalbindung
Kombinierter Lagerbestand
Für viele Unternehmen ist eine Kombination sinnvoll:
- Standardgrößen lokal lagern
- seltene Größen zentral vorhalten
- teure Jacken zentral lagern
- T-Shirts und Sweatshirts lokal bevorraten
- Sonderartikel nur bei Bedarf bestellen
Welche Artikel sollten lokal gelagert werden?
Für einen lokalen Reservebestand eignen sich häufig:
- T-Shirts
- Poloshirts
- Sweatshirts
- einfache Fleecejacken
- neutrale Caps
- häufig benötigte Größen
Zentral gelagert werden können:
- Softshelljacken
- Winterjacken
- Sondergrößen
- personalisierte Textilien
- selten benötigte Farben
- hochwertige Außendienstbekleidung
Lagerbestand nach Mitarbeiterzahl planen
Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeitern
Kleine Unternehmen benötigen meist keinen umfangreichen Lagerbestand.
Sinnvoll können sein:
- je ein bis zwei T-Shirts in häufigen Größen
- einzelne Poloshirts
- ein bis zwei Sweatshirts
- wenige neutrale Jacken
- eine Reserve für neue Mitarbeiter
Bei stabiler Belegschaft und kurzen Lieferzeiten kann der Bestand klein bleiben.
Unternehmen mit 20 bis 50 Mitarbeitern
Ein strukturierter Reservebestand wird zunehmend sinnvoll.
Mögliche Orientierung:
- fünf bis zehn Prozent Reserve bei T-Shirts
- etwa fünf Prozent bei Poloshirts und Sweatshirts
- einzelne Fleece- und Softshelljacken
- gezielte Größenreserve in M bis XL
Unternehmen mit 50 bis 100 Mitarbeitern
Hier sollte der Bestand digital dokumentiert werden.
Sinnvoll sind:
- fünf bis zehn Prozent Reserve bei Basisartikeln
- definierte Mindestbestände
- feste Nachbestelltermine
- zentrale Artikel- und Größenlisten
- klare Zuständigkeit
Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern
Größere Unternehmen sollten Firmenkleidung wie ein eigenes Verbrauchs- und Lagersegment behandeln.
Notwendig sind häufig:
- digitaler Bestand
- Standortzuordnung
- Mindest- und Meldebestände
- regelmäßige Inventur
- zentrale Freigaben
- standardisierte Nachbestellungen
- Lieferanten- und Artikeldokumentation
Lagerbedarf nach Fluktuation berechnen
Die Personalfluktuation ist einer der wichtigsten Faktoren.
Ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern und zwei Neueinstellungen pro Jahr benötigt weniger Reserve als ein Betrieb mit 25 Neueinstellungen jährlich.
Eine einfache Berechnung kann sein:
erwartete Neueinstellungen bis zur nächsten Sammelbestellung plus Sicherheitsreserve
Beispiel:
- durchschnittlich vier Neueinstellungen pro Quartal
- nächste Sammelbestellung in drei Monaten
- Reserve für zwei zusätzliche Fälle
Dann sollte Kleidung für etwa sechs neue Mitarbeiter verfügbar sein.
Die Reserve sollte sich dabei an den typischen Bekleidungspaketen orientieren.
Beispiel: Starterpaket für neue Mitarbeiter
Ein Starterpaket kann enthalten:
- fünf T-Shirts
- zwei Poloshirts
- zwei Sweatshirts
- eine Fleecejacke
- eine Softshelljacke
Sollen jederzeit drei neue Mitarbeiter ausgestattet werden können, wären dafür notwendig:
- 15 T-Shirts
- 6 Poloshirts
- 6 Sweatshirts
- 3 Fleecejacken
- 3 Softshelljacken
Die Größenverteilung bleibt jedoch unsicher. Deshalb kann es sinnvoller sein, nur Basisteile stärker zu lagern und Jacken nach bestätigter Größe nachzubestellen.
Neutrale Erstausstattung für neue Mitarbeiter
Neue Mitarbeiter können zunächst neutrale Kleidung ohne Namensstickerei erhalten.
Vorteile:
- sofort verfügbar
- flexibel einsetzbar
- einfacher Größentausch
- geringeres Risiko bei kurzer Beschäftigungsdauer
- Reserve bleibt universell nutzbar
Personalisierte Kleidung kann nach bestätigter Größe oder nach der Einarbeitungszeit ergänzt werden.
Personalisierte Kleidung nicht unnötig lagern
Kleidungsstücke mit Namen, Initialen oder personenbezogenen Funktionen eignen sich nicht als allgemeiner Lagerbestand.
Probleme:
- nach Mitarbeiterwechsel nicht übertragbar
- Schreibfehler verursachen Ausschuss
- Größenwechsel schwer auszugleichen
- höherer Kapitalverlust
- unflexible Nutzung
Besser ist:
- neutrale Lagerware
- Name erst nach Größenfreigabe
- allgemeine Funktionsbezeichnung
- personalisierte Veredelung bei konkreter Ausgabe
Standortkennzeichnungen reduzieren Flexibilität
Textilien mit Aufschriften wie:
- Standort München
- Werk Süd
- Filiale 4
- Niederlassung Nord
können nicht ohne Weiteres an anderen Standorten verwendet werden.
Wenn Mitarbeiter regelmäßig wechseln oder Standorte unterschiedlich wachsen, ist eine neutrale Firmenkollektion flexibler.
Standorte können alternativ gekennzeichnet werden über:
- Namensschild
- austauschbare Kennzeichnung
- interne Verpackung
- Mitarbeiterkarte
- digitale Zuordnung
Mindestbestand und Meldebestand festlegen
Eine professionelle Lagerführung unterscheidet zwischen:
- aktuellem Bestand
- Mindestbestand
- Meldebestand
- Bestellmenge
Mindestbestand
Der Mindestbestand ist die Menge, die nicht unterschritten werden sollte.
Meldebestand
Wird dieser Bestand erreicht, wird eine Nachbestellung ausgelöst.
Bestellmenge
Die Bestellmenge füllt den Bestand wieder bis zum gewünschten Niveau auf.
Beispiel
T-Shirt Navy, Größe L:
- Zielbestand: 20 Stück
- Meldebestand: 8 Stück
- Mindestbestand: 4 Stück
- aktuelle Menge: 7 Stück
Da der Meldebestand unterschritten wurde, sollte nachbestellt werden.
Lieferzeit in die Berechnung einbeziehen
Je länger eine Nachbestellung dauert, desto höher muss der Meldebestand sein.
Eine einfache Formel lautet:
durchschnittlicher Verbrauch während der Lieferzeit plus Sicherheitsbestand
Beispiel:
- durchschnittlicher Verbrauch: fünf T-Shirts pro Monat
- Lieferzeit: zwei Monate
- Sicherheitsbestand: fünf Stück
Meldebestand:
5 × 2 + 5 = 15 Stück
Wird ein Bestand von 15 Stück erreicht, sollte eine Nachbestellung ausgelöst werden.
Verbrauchsdaten nutzen
Die beste Lagerplanung entsteht nicht aus Schätzungen, sondern aus tatsächlichen Daten.
Dokumentiert werden sollten:
- ausgegebene Artikel
- Größe
- Mitarbeiter
- Standort
- Ausgabedatum
- Ausgabengrund
- Rückgabe
- Verschleiß
- Nachbestellung
- aktueller Lagerbestand
Nach sechs bis zwölf Monaten wird erkennbar:
- welche Größen häufig fehlen
- welche Artikel selten genutzt werden
- welche Textilien schnell verschleißen
- welche Standorte mehr Bedarf haben
- welche Modelle schlecht angenommen werden
Saisonale Lagerplanung
Firmenkleidung sollte nicht über das ganze Jahr identisch gelagert werden.
Frühjahr und Sommer
Höherer Bedarf an:
- T-Shirts
- Poloshirts
- Funktionsshirts
- leichten Sweatshirts
- Caps
Herbst und Winter
Höherer Bedarf an:
- Sweatshirts
- Fleecejacken
- Softshelljacken
- Winterjacken
- Mützen
Winterkleidung sollte rechtzeitig vor der Saison geprüft und nachbestellt werden.
Winterjacken nicht zu spät bestellen
Winterjacken werden häufig erst bestellt, wenn die Temperaturen bereits sinken.
Das führt zu:
- Zeitdruck
- eingeschränkter Modellauswahl
- fehlenden Größen
- Expresskosten
- unvollständiger Ausstattung
Eine Bestandskontrolle im Spätsommer oder frühen Herbst ist sinnvoll.
Reserve für Veranstaltungen und Messen
Unternehmen benötigen teilweise zusätzliche Kleidung für:
- Messen
- Firmenveranstaltungen
- Tagungen
- Kundenevents
- Schulungen
- Promotion
- Betriebsbesichtigungen
Dafür kann ein eigener neutraler Bestand sinnvoll sein.
Geeignet sind:
- T-Shirts
- Poloshirts
- Sweatshirts
- leichte Jacken
Die Kleidung sollte möglichst keine Jahreszahl oder Veranstaltungsspezifische Kennzeichnung tragen, wenn sie mehrfach verwendet werden soll.
Reserve für Saisonkräfte und Aushilfen
Saisonkräfte benötigen meist kurzfristig Kleidung.
Geeignet sind:
- Unisexmodelle
- neutrale Grundfarben
- keine Mitarbeiternamen
- einfache Funktionsbezeichnungen
- Standardgrößen
- pflegeleichte Materialien
Die Artikel sollten nach Ende der Saison geprüft, gereinigt und wieder eingelagert werden, sofern dies betrieblich vorgesehen und hygienisch vertretbar ist.
Firmenkleidung richtig einlagern
Die Kleidung sollte trocken, sauber und geschützt gelagert werden.
Wichtig sind:
- trockener Raum
- Schutz vor direkter Sonne
- Schutz vor Feuchtigkeit
- Schutz vor Staub
- eindeutige Größenkennzeichnung
- getrennte Artikelgruppen
- übersichtliche Lagerplätze
- dokumentierte Mengen
Kartons und Regale beschriften
Geeignete Beschriftung:
- Artikelname
- Artikelnummer
- Farbe
- Größe
- Menge
- Standort
- Lagerplatz
Beispiel:
T-Shirt Modell A
Farbe: Navy
Größe: L
Lagerplatz: Regal B2
Bestand: 18 Stück
Kleidung nicht dauerhaft in ungeeigneten Bereichen lagern
Ungeeignet sind beispielsweise:
- feuchte Kellerräume
- offene Werkstattbereiche
- verschmutzte Fahrzeuglager
- direkte Sonneneinstrahlung
- Bereiche mit Chemikalien
- stark schwankende Temperaturen
Besonders verpackte Textilien können bei Feuchtigkeit Gerüche oder Materialschäden entwickeln.
Lagerware regelmäßig kontrollieren
Mindestens ein- bis zweimal jährlich sollte geprüft werden:
- tatsächliche Menge
- Zustand
- Modellaktualität
- Größenverteilung
- Verfärbungen
- Feuchtigkeit
- Verpackung
- Veredelung
- mögliche Überalterung
Bei schnell wechselnden Beständen kann eine monatliche oder quartalsweise Kontrolle sinnvoll sein.
Inventur für Firmenkleidung
Eine einfache Inventur sollte enthalten:
- Sollbestand
- Istbestand
- Differenz
- beschädigte Artikel
- reservierte Kleidung
- personalisierte Restbestände
- nicht mehr benötigte Modelle
- Nachbestellbedarf
Die Inventur kann mit dem regulären Unternehmensbestand verbunden oder separat durchgeführt werden.
Digitale Bestandsliste
Eine einfache digitale Tabelle kann folgende Spalten enthalten:
- Artikelnummer
- Produkt
- Farbe
- Größe
- Standort
- aktueller Bestand
- Mindestbestand
- Meldebestand
- reserviert
- verfügbar
- letzte Bestellung
- Lieferzeit
- Bemerkung
Wichtig ist, dass Ausgaben zeitnah eingetragen werden.
Ausgabe von Firmenkleidung dokumentieren
Bei jeder Ausgabe sollte erfasst werden:
- Mitarbeiter
- Personalnummer
- Artikel
- Größe
- Stückzahl
- Datum
- Ausgabengrund
- Standort
Mögliche Ausgabengründe:
- Erstausstattung
- Ersatz
- Verschleiß
- Größenwechsel
- Saison
- neue Funktion
- Verlust
- Beschädigung
Dadurch lässt sich der Verbrauch besser bewerten.
Rückgabe von Firmenkleidung
Unternehmen sollten festlegen, welche Kleidungsstücke bei einem Austritt zurückgegeben werden.
Mögliche Rückgabeartikel:
- Winterjacken
- Softshelljacken
- Fleecejacken
- hochwertige Westen
- spezielle Arbeitsjacken
Weniger geeignet zur Wiederverwendung sind häufig:
- stark getragene T-Shirts
- Poloshirts
- personalisierte Kleidung
- hygienisch sensible Artikel
Zurückgegebene Kleidung sollte geprüft werden auf:
- Zustand
- Sauberkeit
- Funktionsfähigkeit
- Veredelung
- Weiterverwendbarkeit
- Größe
Langfristige Nachbestellbarkeit reduziert Lagerbedarf
Je zuverlässiger ein Modell nachbestellt werden kann, desto kleiner kann der Reservebestand ausfallen.
Wichtige Kriterien sind:
- etablierte Produktserie
- langfristig verfügbare Farbe
- breiter Größenbereich
- passende Damen- und Herrenmodelle
- stabile Artikelnummer
- dokumentierte Veredelungsdaten
- zuverlässige Lieferkette
Kurzfristige Aktionsmodelle erfordern häufig einen größeren Lagerbestand, weil spätere Nachbestellungen unsicher sind.
Zu große Lagerbestände vermeiden
Ein überdimensionierter Bestand verursacht:
- Kapitalbindung
- Lagerkosten
- Platzbedarf
- veraltete Modelle
- ungenutzte Größen
- Farbabweichungen nach Modellwechsel
- Verlust bei Logoänderung
- Restbestände nach Standortschließung
- unnötige Abschreibungen
Besonders problematisch sind:
- personalisierte Kleidung
- seltene Größen in großen Mengen
- modische Saisonartikel
- Kleidung mit Jahreszahlen
- standortspezifische Aufdrucke
- Artikel ohne gesicherte Weiterverwendung
Zu kleine Lagerbestände vermeiden
Ein zu geringer Bestand führt zu:
- uneinheitlicher Kleidung
- Wartezeiten für neue Mitarbeiter
- privaten Ersatzkleidungsstücken
- vielen Kleinbestellungen
- höheren Versandkosten
- Zeitdruck
- fehlenden Größen
- schlechterem Mitarbeiterstart
Das Ziel ist deshalb kein möglichst kleiner Bestand, sondern ein wirtschaftlich sinnvoller Bestand.
Lagerumschlag berücksichtigen
Der Lagerumschlag zeigt, wie häufig ein Bestand innerhalb eines Zeitraums verwendet oder ersetzt wird.
Artikel mit hohem Umschlag:
- T-Shirts
- Poloshirts
- Sweatshirts
Artikel mit niedrigem Umschlag:
- Winterjacken
- Sondergrößen
- besondere Funktionsbekleidung
Artikel mit hohem Umschlag dürfen stärker gelagert werden. Langsam drehende Artikel sollten nur begrenzt bevorratet werden.
ABC-Einteilung für Firmenkleidung
Eine einfache Einteilung kann helfen.
A-Artikel
Häufig benötigt und wichtig:
- Standard-T-Shirts
- Standard-Poloshirts
- Sweatshirts in Hauptgrößen
Diese Artikel sollten jederzeit verfügbar sein.
B-Artikel
Regelmäßig, aber weniger häufig benötigt:
- Fleecejacken
- Softshelljacken
- Longsleeves
Diese Artikel benötigen einen kleineren Bestand.
C-Artikel
Selten oder teuer:
- Winterjacken
- Sondergrößen
- personalisierte Spezialartikel
- saisonale Produkte
Diese Artikel sollten überwiegend bedarfsgerecht bestellt werden.
Beispiel für ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern
Ein Unternehmen beschäftigt:
- 50 Produktionsmitarbeiter
- 20 Lagermitarbeiter
- 15 Servicetechniker
- 10 Verwaltungsmitarbeiter
- 5 Führungskräfte
Die reguläre Ausstattung umfasst insgesamt:
- 550 T-Shirts
- 250 Poloshirts
- 250 Sweatshirts
- 80 Fleecejacken
- 70 Softshelljacken
- 60 Winterjacken
Ein möglicher Reservebestand:
T-Shirts
- etwa 40 bis 50 Stück
- Schwerpunkt auf M, L und XL
Poloshirts
- etwa 15 bis 25 Stück
Sweatshirts
- etwa 15 bis 20 Stück
Fleecejacken
- etwa 5 bis 8 Stück
Softshelljacken
- etwa 4 bis 6 Stück
Winterjacken
- etwa 2 bis 4 Stück in häufigen Größen
Zusätzlich werden seltene Größen zentral dokumentiert und bei Bedarf nachbestellt.
Beispiel für ein Unternehmen mit hoher Fluktuation
Ein Logistikbetrieb mit 150 Mitarbeitern stellt monatlich mehrere neue Beschäftigte ein.
Hier kann sinnvoll sein:
- größerer T-Shirt- und Sweatshirtbestand
- neutrale Unisexmodelle
- keine Namen auf Reservekleidung
- standardisierte Starterpakete
- monatliche Sammelbestellungen
- lokaler Bestand in Hauptgrößen
- zentraler Bestand für Jacken und Sondergrößen
Beispiel für ein Unternehmen mit stabiler Belegschaft
Ein technisches Büro mit 40 langjährigen Mitarbeitern hat nur wenige Neueinstellungen.
Hier reicht möglicherweise:
- kleiner Poloshirtbestand
- wenige Sweatshirts
- einzelne Fleecejacken
- Jacken nur auf Bestellung
- Nachbestellung zweimal jährlich
Ein hoher Lagerbestand wäre in diesem Fall unnötig.
Beispiel für mehrere Standorte
Ein Unternehmen betreibt sechs Niederlassungen.
Sinnvolle Aufteilung:
Lokal
- T-Shirts in M bis XL
- Poloshirts in Hauptgrößen
- einzelne Sweatshirts
Zentral
- seltene Größen
- Fleecejacken
- Softshelljacken
- Winterjacken
- personalisierte Artikel
Die Standorte melden monatlich ihren Bedarf. Das Zentrallager gleicht Bestände aus und löst Sammelbestellungen aus.
Häufige Fehler bei der Lagerplanung
Pauschal zehn Prozent von allem lagern
Teure Jacken benötigen meist weniger Reserve als T-Shirts.
Jede Größe gleich stark bevorraten
Die tatsächliche Größenverteilung wird ignoriert.
Zu viele personalisierte Artikel lagern
Die Kleidung kann später nicht flexibel verwendet werden.
Standortaufdrucke auf Reservekleidung
Bestände lassen sich nicht zwischen Niederlassungen verschieben.
Keine Verbrauchsdaten erfassen
Der Bedarf wird dauerhaft geschätzt.
Keine Mindestbestände definieren
Nachbestellungen erfolgen erst, wenn Größen vollständig fehlen.
Winterkleidung zu spät prüfen
Wichtige Größen sind zur Saison nicht verfügbar.
Zu viele unterschiedliche Modelle
Für jedes Modell entstehen eigene Reservebestände.
Saisonartikel auswählen
Nachbestellungen sind nicht zuverlässig möglich.
Keine Inventur durchführen
Die digitale Liste stimmt nicht mit dem tatsächlichen Bestand überein.
Rückgaben nicht dokumentieren
Bestände bleiben unklar.
Veraltete Logo-Versionen lagern
Nach einer Markenänderung werden Textilien unbrauchbar.
Checkliste für den richtigen Lagerbestand
Unternehmen
- Wie viele Mitarbeiter gibt es?
- Wie hoch ist die Fluktuation?
- Wie viele Standorte bestehen?
- Wie häufig wird nachbestellt?
- Wie lang sind die Lieferzeiten?
Artikel
- Welche Kleidung wird täglich getragen?
- Welche Artikel verschleißen schnell?
- Welche Artikel sind teuer?
- Welche Modelle sind langfristig verfügbar?
- Welche Kleidung benötigt viel Lagerplatz?
Größen
- Welche Größen kommen häufig vor?
- Welche Sondergrößen werden benötigt?
- Gibt es Damen-, Herren- und Unisexmodelle?
- Sind Übergrößen nachbestellbar?
Personalisierung
- Sind Namen vorhanden?
- Gibt es Standortangaben?
- Sind Funktionen flexibel?
- Kann die Kleidung weitergegeben werden?
Lager
- Ist ausreichend Platz vorhanden?
- Ist der Raum trocken?
- Sind Artikel eindeutig beschriftet?
- Wird der Bestand digital geführt?
- Gibt es Mindest- und Meldebestände?
Nachbestellung
- Gibt es feste Bestelltermine?
- Sind Artikelnummern dokumentiert?
- Sind Logo-Positionen gespeichert?
- Sind Lieferzeiten bekannt?
- Gibt es einen verantwortlichen Ansprechpartner?
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Firmenkleidung sollte ein Unternehmen auf Lager haben?
Als Ausgangspunkt sind häufig fünf bis zehn Prozent Reserve zusätzlich zur regulären Ausstattung sinnvoll. Der genaue Wert hängt von Fluktuation, Lieferzeit, Größenverteilung und Artikelart ab.
Sollte jedes Kleidungsstück mit zehn Prozent Reserve gelagert werden?
Nein. T-Shirts und Sweatshirts benötigen meist mehr Reserve als teure Winterjacken.
Welche Größen sollte man am häufigsten lagern?
Die Größen, die in der eigenen Belegschaft am häufigsten vorkommen. Häufig sind dies M, L und XL, die tatsächliche Verteilung kann jedoch abweichen.
Wie viele T-Shirts sollte man als Reserve haben?
Bei 500 regulären T-Shirts können beispielsweise 25 bis 50 zusätzliche Shirts sinnvoll sein. Die Menge hängt vom Verbrauch und den Lieferzeiten ab.
Wie viele Winterjacken sollte man lagern?
Meist nur wenige Stück in den häufigsten Größen. Winterjacken sind teuer, sperrig und werden seltener ersetzt.
Sollte Firmenkleidung zentral gelagert werden?
Bei mehreren Standorten ist ein zentraler Bestand häufig wirtschaftlicher. Standardgrößen können zusätzlich lokal gelagert werden.
Ist ein lokaler Bestand sinnvoll?
Ja, besonders für T-Shirts, Poloshirts und Sweatshirts in häufigen Größen.
Sollte personalisierte Kleidung gelagert werden?
Nur in Ausnahmefällen. Kleidung mit Mitarbeiternamen ist nicht flexibel einsetzbar.
Wie kann man neue Mitarbeiter sofort ausstatten?
Mit neutralen Starterpaketen und einem kleinen Bestand in häufigen Größen.
Wie groß sollte der Bestand bei hoher Fluktuation sein?
Er sollte mindestens die erwarteten Neueinstellungen bis zur nächsten Bestellung abdecken und zusätzlich einen Sicherheitsbestand enthalten.
Wie oft sollte der Lagerbestand kontrolliert werden?
Je nach Verbrauch monatlich, quartalsweise oder mindestens zweimal jährlich.
Wie lassen sich Fehlbestände vermeiden?
Durch Mindestbestände, Meldebestände, Verbrauchsdokumentation und feste Nachbestelltermine.
Welche Artikel eignen sich besonders für Lagerbestände?
T-Shirts, Poloshirts, Sweatshirts und einfache Fleecejacken ohne persönliche Namen.
Welche Artikel sollten eher nach Bedarf bestellt werden?
Teure Winterjacken, Sondergrößen, personalisierte Kleidung und saisonale Spezialartikel.
Wie verhindert man zu große Restbestände?
Durch neutrale Gestaltung, wenige Modelle, realistische Größenverteilung und regelmäßige Auswertung des Verbrauchs.
Fazit
Wie viel Firmenkleidung ein Unternehmen auf Lager haben sollte, hängt von Mitarbeiterzahl, Fluktuation, Lieferzeiten, Größenverteilung und Artikelart ab.
Ein Reservebestand von etwa fünf bis zehn Prozent kann als erste Orientierung dienen. Er sollte jedoch nicht pauschal auf alle Kleidungsstücke angewendet werden.
Besonders sinnvoll ist ein höherer Bestand bei:
- T-Shirts
- Poloshirts
- Sweatshirts
- häufig benötigten Größen
- neutralen Kleidungsstücken
- Unternehmen mit hoher Fluktuation
Nur begrenzt gelagert werden sollten:
- Winterjacken
- teure Außenbekleidung
- Sondergrößen
- personalisierte Kleidung
- standortspezifische Artikel
- saisonale Modelle
Unternehmen mit mehreren Standorten profitieren häufig von einem kombinierten System: Standardgrößen werden lokal bereitgehalten, seltene Größen und hochwertige Jacken zentral gelagert.
Entscheidend ist eine digitale Bestandsführung mit Mindestbestand, Meldebestand und dokumentiertem Verbrauch. Nach einigen Monaten kann die Reserve auf Grundlage tatsächlicher Ausgaben angepasst werden.
So bleibt Firmenkleidung schnell verfügbar, ohne unnötig viel Kapital und Lagerfläche zu binden.